Sonderlöschmittelkonzept ersetzt AFFF-Schaummittel

Landkreis Böblingen hält bis zu 10.000 Liter des innovativen Löschmittels vor

24.05.2014 | Produkte

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Der Landkreis Böblingen hat 2013/2014 ein kreisweites Sonderlöschmittelkonzept umgesetzt. Für besondere Einsatzlagen stehen dafür inzwischen bis zu 10.000 Liter des Löschmittelzusatzes F-500 EA zur Verfügung. Damit wurden die bisher vorhandenen AFFF-Schaummittel ersetzt.

Vorteile für den Landkreis Böblingen
Das neue Löschmittelkonzept des Landkreises Böblingen sieht die flächendeckende Vorhaltung von F-500 EA in den Löschfahrzeugen der Gemeindefeuerwehren vor. Alle Löschfahrzeuge sind in der Lage, die mitgeführten Löschmittel (auch F-500 EA) mit herkömmlichen Geräten zum Einsatz zu bringen.

AFFF-Schaummittel: Umweltschädlich und krebsfördernd
Angestoßen durch das Nutzungsverbot der Europäischen Union aus dem Jahr 2011 hinsichtlich der Verwendung von Löschschäumen, in denen Perfluor-Octansulfonsäure (PFOS) enthalten ist, galt es, die im Landkreis Böblingen übliche Verwendung von konventionellen wasserfilmbildenden AFFF-Schaummitteln zu ersetzen. Neben der Tatsache, dass besagte Schaummittel höchst umweltschädlich sind, stehen sie unter dringendem Verdacht krebserregend oder zumindest krebsfördernd zu sein.

Auf der Suche nach Innovation und Verbesserung
Der Kreisbrandmeister beauftragte deshalb die Feuerwehr Böblingen mit der Recherche nach alternativen und rechtskonformen Ersatzlöschmitteln. Ziel war es, ein möglichst vielseitig einsetzbares Löschmittel zu finden, dass einfach in der Handhabung ist, ohne neu zu beschaffende Geräte und aufwendige Schulungen auskommt und unmittelbar zum Löschen in Einsatz gebracht werden kann.

Zudem muss es leicht vorzuhalten und auch in größeren Mengen schnell verfügbar sein. Hinsichtlich der Verwendbarkeit im Einsatz bzw. der Einsatzmöglichkeiten, sollte das neue Löschmittel dem bisher genutzten AFFF- Schaummittel mindestens vergleichbar sein.

Die Lösung: F-500 EA
Nach intensiver Suche wurde die Feuerwehr Böblingen schließlich fündig und wählte das gleichermaßen innovative wie auch international langjährig bewährte Löschmittel F-500 EA aus.

Zuvor wurden intensive Versuche durchgeführt, die alle für die Feuerwehren im Landkreis relevanten Brandszenarien wie Reifenbrände, Brände in Zimmern/ Objekten, Brände von Holzstapeln im Freien sowie Flüssigkeitsbrände umfassten. Dabei wurden grundsätzlich vergleichende Tests zwischen reinem Wasser und einem F-500 EA-Wasser-Gemisch vorgenommen. Der Flüssigkeitsbrand-Test erfolgte in einer 50 Quadratmeter großen Wanne mit einem Diesel-/Benzingemisch. Feuerwehrangehörige ohne vorige praktische Erfahrungen in der Anwendung des Löschmittelzusatzes benötigten zur Brandbekämpfung nur 28,5 Sekunden.

Vor dem Hintergrund der unmittelbaren Zuständigkeit der Feuerwehren des Landkreises Böblingen, auch für Schadenereignisse im Engelbergtunnel im Verlauf der Autobahn A81, ist besonders die herausragende kühlende Wirkung von F-500 EA relevant. Böblingen konnte bei seinen Tests sogar auf die Expertise der renommierten Fachorganisation „Feuerwehrkoordination Schweiz“ zurückgreifen. In einer Stellungnahme dieser Institution heißt es:

Der Löschmittelzusatz F-500 EA ist ein hervorragendes Netzmittel, das praktisch bei allen vorkommenden Brandversuchen wesentlich bessere und schnellere Löscherfolge gebracht hat, als die herkömmlich eingesetzten Löschmittelzusätze, inklusive Schaum. Augenfällig bei allen Löschversuchen ist die rasche „Abführung" der Hitze, die insbesondere auch in einem Tunnel-Brandversuch festgestellt wurde."

Im Innovationslandkreis Böblingen, in dem aufgrund der Entwicklungszentren von drei Automobilherstellern und mehreren kommunalen Fahrzeugflotten mit Elektroantrieb das Thema Elektromobilität sicher besonders intensiv umgesetzt wird, spielt auch die Problematik von Bränden von Lithium-Ionen-Akkus eine wichtige Rolle. Für die Verwendung des Löschmittelzusatzes F-500 EA in diesem Bereich sprechen sich sowohl die Landesfeuerwehrschule Baden-Württemberg, die über vier Jahre lang Testreihen begleitet hat, als auch die Dekra aus. Positiv werden die Verwendung bei Reifenlagerbränden sowie bei Bränden von Lithium-Ionen-Akkus, grundsätzlich auch in Verbindung mit Löschanlagen, bewertet.

Praktische Erfolge im Einsatz
Im Jahr 2013 sowie Anfang 2014 konnten bei drei größeren Schadenfeuern im Landkreis erste Erfahrungen im Realbrandeinsatz gesammelt werden.

Zusammenfassung
Der Landkreis Böblingen hat ein flächendeckendes Netz des hoch effektiven Löschmittels F-500 EA etabliert, das im Rahmen der interkommunalen Zusammenarbeit sowohl in kleinen Mengen, als auch bei größeren Schadenereignissen zielgerichtet an jeder beliebigen Stelle des Kreisgebietes und darüber hinaus zum Einsatz gebracht werden kann.

Zudem werden an einzelnen Standorten weiterhin Mehrbereichsschaummittel vorgehalten, die als sinnvolle Ergänzung überall dort Verwendung finden werden, wo F-500 EA nicht zum Einsatz kommen kann.

Mit dieser Kombination sind die Feuerwehren im Landkreis Böblingen nach derzeitiger Erkenntnis für die Zukunft und die weiteren Entwicklungen in Forschung und Technik, aber auch im Feuerwehrwesen, bestens aufgestellt.

 

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